Bilder ohne Orte

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Film ist ein doppelter Ort; ein Ort der Ortlosigkeit und der Gebundenheit zugleich.

 

Filme ohne Orte


Um die Vielschichtigkeit der Dinge und des Geistes zu verstehen, wird der Kamera eine Rolle des Mitdenkers gegeben, Mitdenken in einer langen, realen Zeit. Daraus entstehen ruhige, lange Kameraeinstellungen; was hier für das Technische steht, ist stellvertretend für den Zustand der einzelnen Menschen, Figuren. Sie kommen alle aus unserer Welt, aus dem Jetzt und aus der Vergangenheit.
Wiederholungen der Symbole und Kunstelemente, welche immer wieder im Zusammenhang mit unterschiedlichen Substanzen vorkommen, werden zur Bild-Reise des Autors. Diese Art Monotonie, die sich in der realen Welt blitzschnell verändert, wird in einer Film-Zeit zu einer langatmigen, monotonen Zeit. Dies ist dafür da, dass der Autor ein Gegengewicht erschaffen möchte, damit der Zuschauer sich die Zeit für die Bild-Reise des Autors nimmt und auf diese persönliche Bild-Reise gehen kann. Denn er verdient es, diese Reise mit zu machen. Das ist eine Art von Respekt für den Zuschauer: Ihm sollen mit Geschichten nicht gleich schon Antworten angeboten werden, was ihn nur emotional mit dabei sein lässt, in einer Art Insel-Dasein. Sondern sein Da-Sein soll ein Bestandteil des filmischen Denkens werden.

Diese Art des Kinos vereint mehrere Orte an einem einzigen Ort und setzt sie, die eigentlich nicht miteinander vereinbar sind, in eine Beziehung zueinander.

 
 
 
 
 
 

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